DACKSCHEID

Über das Leben und Wirken eines Dackscheiders
Hubert Schmitz und seine Berufung – Ein vorbildlicher Geistlicher im Bistum Trier

Dackscheid. Die erste Kooperationsveranstaltung der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) der Pfarreiengemeinschaft Schönecken-Waxweiler im Dekanat St. Willibrord Westeifel und der Ortsge-meinde Dackscheid im dortigen Mehrzweckgebäude ist auf eine positive Resonanz gestoßen. Rund 30 Interessierte folgten der Einladung zu einem Vortragabend über ein berühmtes Kind des Dorfes aus dem 18. Jahrhundert.

Hubert Schmitz wurde 1765 in Dackscheid, das zur Pfarrei Waxweiler gehört, geboren. Er studierte Theologie und wurde von Kurfürst Clemens Wenzeslaus im Trierer Dom zum Priester geweiht. Nach seiner Zeit als Kaplan in Niederstadtfeld wirkte Schmitz 31 Jahre als Pfarrer in Dockweiler in der Vul-kaneifel. Der hochgeachtete Geistliche widmete sich der Erziehung der Jugend, lehrte das Evangeli-um und sorgte als Schulinspektor für eine geregelte Bildung in der Dauner Region. Sein größtes Ste-ckenpferd war die Pockenimpfung, die er an tausenden Erwachsenen und Kindern in mehreren Land-kreisen in der Eifel und an der Mosel erfolgreich durchführte.

Dafür und für seine Tätigkeit im Bereich der Obstbaumzucht wurde Schmitz der Rote Adlerorden, ein preußischer Verdienstorden, verliehen. Diese Auszeichnung war für diejenigen vorgesehen, die sich besonders für Staat und Gesellschaft verdient gemacht haben. In der Zeit der Säkularisation durch die französische Besatzungsmacht nahm man den deutschen Priester in die von Napoleon gestiftete Eh-renlegion auf. Der Pfarrer starb 1838 in Dockweiler. Sein Grab mit dem imposanten Stein und den Bibelversen wird heute noch auf dem dortigen Friedhof in Ehren gehalten.

In seinem ganzen Leben hatte Hubert Schmitz den Anspruch, sich für Arme und Bedrängte einzuset-zen. Es war eine Zeit, die von vielen Nöten, Krankheiten und Krieg geprägt war. Damals herrschte ein riesiger Strukturwandel, in der Pfarrer Schmitz aufopferungsvoll seine Arbeit tat. Genau dieses Bei-spiel sollte die Gläubigen im Bistum Trier in der heutigen Zeit ermutigen, die Umsetzung der Synod-energebnisse aktiv, selbstbewusst und ohne Angst tatkräftig anzugehen. Wo ständen wesentliche Tei-le des Bistums denn heute, wenn Pfarrer Schmitz seinerzeit aufgegeben hätte?

Michael Michels, von Beruf Theologe und angehender Pastoralreferent, stellte das spannende Leben und Wirken von Hubert Schmitz anhand einer Präsentation auf der Leinwand gekonnt dar. In freier Rede schaffte es der 25-jährige, die Zuhörerinnen und Zuhörer, darunter Pfarrer Georg Josef Müller aus Waxweiler und Roland Hinzmann vom Erkundungsteam für die Pfarrei der Zukunft Prüm, ein-drucksvoll und verständlich zu informieren. Bereichert wurde der Abend von vielen guten Fragen der Anwesenden und etwas Ahnenforschung in die Familiengeschichte des Pfarrers.

Ortsbürgermeister Matthias Knauf dankte dem Referenten abschließend für seine Bereitschaft, den ehrenwerten Bürger Hubert Schmitz den Dackscheidern ein Stück näher gebracht zu haben. Da es in dem Dorf mit den etwa 120 Einwohnern leider noch kein Denkmal für ihn gebe sei man bereits in entsprechenden Planungen, so der Gemeindechef.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Foto und Beitrag: Michael Fischer, KEB